Der Ohrwurm und seine wesentliche Bedeutung

20.11.2015

Entgegen dem unter Kindern weit verbreiteten Mythos ein „Ohrenkneifer“, auch bekannt als „Ohrenschlürfer“, würde mit Vorliebe Ohren anknabbern, leitet sich der Name aus seiner einstigen medizinischen Verwendung ab. Von der Antike bis in die frühe Neuzeit wurden Ohrwürmer in Form eines Pulvers gegen Ohrenkrankheiten und Taubheit verabreicht. Eine andere Theorie führt den Namen auf das Nadelöhr zurück, dem die hintere Zange des männlichen Ohrwurms gleicht.

Die Zangen vom Ohrwurm

Für den Menschen sind die Zangen jedoch vollkommen ungefährlich. Sie dienen dem Ohrwurm zur Verteidigung, als Hilfe beim Entfalten seiner Hinterflügel, sowie bei der Begattung. Sie werden auch auf der Jagd nach kleineren Insekten benötigt. Obwohl sie prinzipiell Allesfresser sind, bevorzugen sie Blattläuse, Spinnenmilben und Insekteneier. Bei Nahrungsmangel – der unter anderem durch chemische Pflanzenschutzmittel entsteht– bedienen sie sich auch an bereits beschädigten Früchten, Knospen oder weichen Blättern.

Der Lebensraum vom Ohrwurm

Der Schaden hält sich dabei im Vergleich zu ihrem Nutzen verschwindend gering. Der Gemeine Ohrwurm ist mit 7-8 Arten in Mitteleuropa vertreten, wobei sein Bestehen bis in die Jurazeit zurückreicht. Er ist vorwiegend nachtaktiv, verweilt tagsüber in Mauerritzen oder unter Baumrinden. Den Winter über versteckt sich der Ohrwurm in der Erde und auch die Eier werden im Frühjahr in winzigen Erdgängen abgelegt.

  • Einen unterstützenden Lebensraum für Ohrwürmer schafft man mit Hilfe von Tontöpfen, die gefüllt mit Holzwolle, Heu oder Moos ein Tagesversteck bieten. Ideal hierfür sind bauchige Terrakottatöpfe, die sich zur Öffnung nach unten hin verjüngen – so kann die Füllung nicht wieder herausfallen.

 

  • Der Topf wird kopfüber direkt an den befallenen Baum gehängt, am Boden aufgestellt oder auf einen Zaunpfahl gesteckt. Wichtig ist, dass die hängenden Töpfe den Baum berühren, damit sich die Tiere ansiedeln und von dort ausschwärmen können.

 

  • Durch diese „Ohrwurmschlafsäcke“ können Ohrwürmer auch von Zierpflanzen umgesiedelt oder ferngehalten werden.

 

  • Auch hier ist Vorsicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln geboten! Sie gefährden den Bestand von nützlichen und wertvollen Insekten.

 

Ohrwürmer sind somit wichtige Nützlinge für Ihre Umgebung, weil er beispielsweise Blattläuse oder Schmetterlingsraupen fernhält. Jedoch kann der Ohrwurm auch ein Schädling sein, weil er gerne weiche Pflanzenteile anfrisst - wie die Blüte. 

Menü